Zuendung einstellen

Zündzeitpunkt einstellen und Zündung einstellen

Den richtigen Zündzeitpunkt an der Zündung nach dem Tuning einstellen



Zündung einstellen
Spring der Motor schlecht an, zieht im mittleren Bereich nicht richtig oder hat bei hohen Drehzahlen keine Leistung sollte die Einstellung der Zündung und der Zündzeitpunkt kontrolliert werden. Zweitaktmotoren in Rollern, Moped, Mofa usw. verfügen oft über Einstellmöglichkeiten des Zündzeitpunkts
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kontakt- und Transistorzündung.

Anleitung zur Einstellung der Zündung (Unterbrecherkontakt):
1.) Wir entfernen die (Plastik-) Rotorabdeckung und die Zündkerze.
2.) Schrauben die Abdeckung auf der Rotormitte (sofern vorhanden) ab.
3.) Drehen den Rotor (im Uhrzeigersinn) mit der Hand, bis die Markierung
(Kerbe) gegenüber der festen Markierung OT steht, die auf dem Stator an-
gebracht ist.
4.) Lösen die beiden Befestigungsschrauben des Unterbrecherkontakts
um eine Vierteldrehung.
5.) Schiebe ein Blatt Zigarettenpapier (dünn!) zwischen die beiden Unterbrecherkontakte.
6.) Regulieren dann den Abstand der Unterbrecherkontakte durch Drehen der
Exzenterschraube, bis das Blatt Zigarettenpapier unter leichtem ziehen herausgezogen werden kann (die Kontakte beginnen sich gerade zu trennen bzw. zu öffnen - in diesem Moment wird der Zündfunken durch Unterbrechung des Stromflusses in der Primärspule erzeugt.
7.) Kontrollieren die Einstellung zur Sicherheit 1 bis 2 mal. Der Zeitpunkt des Öffnens soll genau bei der Markierung für die Frühzündung stattfinden
8.) Wir ziehen dann die beiden Schrauben des Unterbrecherkontaktes wieder
fest an.
9.) Kontrolliere, dass kein Stück Papier zwischen den Unterbrecherkon-
takten zurück bleibt. Sonst kann kein Strom fließen und der Motor startet wegen fehlendem Zündfunken nicht mehr.
10.) Montiere den Lichtmaschinendeckel und die Rotorabdeckung sowie die
Zündkerze.



Einstellung des Unterbrecherkontaktabstands:
Ist der Abstand des Unterbrecherkontakts einstellbar, wird dieser mit einer Fühlerlehre auf typischer weise 0,35 bis 0,4mm (0,014 in) eingestellt. Die Einstellung des Unterbrecherkontaktes ist wichtig, denn stimmt der Abstand nicht, ergeben sich falsche Schließzeiten(!). Falsche Schließwinkel ergeben schwache Zündfunken... Lässt sich der Abstand nicht einstellen oder ist deutlich zu groß, sitzt entweder der Unterbrecher nicht in der Zentrierbohrung der Verstellplatte oder ist verbogen (der Amboss bzw. die Grundplatte)



Schließwinkel und Zündzeitpunkt beeinflussen sich gegenseitig, normalerweise wird erst der Unterbrecherabstand eingestellt und dann der Zündzeitpunkt! Ansonsten fängt man mit dem Zündzeitpunkt zum zweiten mal an

Zündzeitpunkt beim Zweitakter:
Entscheidende Parameter sind hier: Motordrehzahl und Motorbelastung
Entzündetes Gemisch explodiert nicht, sondern verbrennt im Motor. Es vergeht eine annähernd konstante Zeit (laut Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik (siehe Bücher): 1 bis 2 ms) vom entzünden des Gemischs bis zum anliegen des maximalen Verbrennungsdrucks. Diese Zeit richtet sich nach der Flammfrontgeschwindigkeit (unter Umständen auch als Flammenfrontgeschwindigkeit bezeichnet) und der mittleren Durchbrenngeschwindikeit. Die Durchbrennzeit kann durchaus bei gleichbleibender Flammfrontgeschwindigkeit kürzer werden, in dem das Gemisch stärker verwirbelt wird. Bei einem Zweitakter in hohen Drehzahlbereichen passiert genau das. (insbesondere bei Zylinderköpfen mit wirksamer Quetschspalte!). Die Flammfrontgeschwindigkeit bleibt gleich, es können jedoch bereits entflammte Teile schneller an weiter von der Zündkerze entfernte Bereiche kommen, als rein durch die Geschwindigkeit der Flammfront! Daher jedoch stets eine gewisse Zeit vergeht, muss vor dem oberen Umkehrpunkt des Kolbens oder Totpunkt (OT) genannt gezündet werden. Wie viel vor OT hängt von der Geschwindigkeit des Kolbens ab. (OT finden? kein Problem; Hier geht es zum OT Finder) Bewegt sich der Kolben langsam, muss erst kurz vor OT gezündet werden. Bewegt sich der Kolben aufgrund hoher Motordrehzahl sehr schnell, muss deutlich vor OT bereits gezündet werden. Allgemein kann gelten: ca. 0 bis ca. 40 Grad Vorzündung (Frühzündung). Bei 0 Grad wird allerdings schon kräftig der Krümmer geheizt.

Ziel ist es also, zu jeder Drehzahl und Lastkombination den richtigen Zündzeitpunkt zu finden. Das ist allerdings noch nicht alles, Im Teillastbereich tritt eine Abmagerung des Gemisches auf, was zu einer insgesamt langsameren Durchbrenngeschwindigkeit führt. Daher muß auch
hier der Zündzeitpunkt mehr in Richtung Früh verstellt werden.

Die Lage des günstigsten Zündzeitpunktes wird für jeden Motor im Versuch ermittelt. Er ist abhängig von der Drehzahl, dem Verbrennungsluftverhältnis, dem Druck und der Temperatur des verdichteten Gemischs. Kriterium für einen guten Wirkungsgrad ist der Zeitpunkt, zu dem das Gemisch vollständig entflammt ist. Dieser Zeitpunkt soll kurz nach dem oberen Totpunkt (OT) erreicht werden.

Bei einem betriebswarmen Motor liegt die Temperatur des Gemischs (Kraftstoff, Luft und Abgasreste) zu Beginn der Verdichtung bei rund 350 bis 390 K und einem Druck von 0.08 bis 0.1 MPa. Gegen Ende der Verdichtung und vor Einleitung des Zündvorganges steigen diese Werte auf 650 bis 720 K und 0.8 bis 1.2 MPa. Bereits jetzt reagieren einige Teile des Gemischs beziehungsweise zerfallen durch Cracken oder Dehydrierung. Mit steigender Oktanzahl des verwendeten Kraftstoffes sinkt der Anteil der Kraftstoffbestandteile, die vor dem eigentlichen Zündvorgang reagieren. Dies liegt am unterschiedlichen Verdampfungsverhalten der Kraftstoffe.

Der Zündverzug (Ottomotor) oder Brennverzug ist die Zeitspanne zwischen der Zündung (an der Zündkerze) und dem Brennbeginn (Auftreten der Flamme im Gemisch). Diese Zeitspanne wird durch das Aufheizen des in Zündfunkennähe befindlichen Gemischs auf die Zündtemperatur bestimmt. Für Werte von Lambda im Bereich 0.95 bis 1.15 gilt eine Zeit von etwa 1ms.
In Richtung größerer Luftmangel steigt dieser Wert stärker an, als er in Richtung größerer Luftüberschuss ansteigt. Mit einem steigenden
Verdichtungsverhältnis und steigender Temperatur nimmt der Verzug ab. Der Einfluss von Druck und Temperatur ist größer als der des Verbrennungsluftverhältnisses. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Flamme beginnt an der Zündkerze langsam und erreicht beim Verbrennungshöchstdruck 3.0 bis 4.0 MPa und Verbrennungshöchsttemperatur 2000 bis 2500 K ihr Maximum. Gegen Ende der Brenndauer wird diese wieder langsamer (Sauerstoffmangel und Annäherung an die kühlere Zylinderwand. Die mittlere Geschwindigkeit beträgt etwa 10 bis 25 m/s. Allgemein kann angenommen werden:

Lambda=0.6 v=17m/s
Lambda=0.8 v=22m/s (maximal)
Lambda=1.0 v=20m/s
Lambda=1.2 v=15m/s

Während des Brennverzuges ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit sehr gering. Hier finden vorwiegend chemisch/physikalische Vorgänge statt. Der Wirkungsgrad der Verbrennung ist stark von der Turbulenz des Gemisches abhängig.

Bedacht werden kann auch der Zusammenhang der benötigten Ladungsmenge abhängig von Drehzahl in Verbindung mit der Batteriespannung.
Hieraus kann die erforderliche Ladungsmenge für die nächste Zündung und der resultierende Schließwinkel errechnet werden. Somit kann stets die benötigte Zündenergie (und nur diese) bereitgestellt werden.

Die Berechnung und Berücksichtigung der real benötigten Zündenergie wollen wir an dieser Stelle einmal beiseite lassen. Hautaugenmerk liegt vorerst beim Kennfeld der Zündung und dessen Berechnung.

Wichtig ist nicht nur das Gemisch und die richtige Einstellung zu beachten, sondern unbedingt auch richtig den Vergaser einstellen.