Bremsen Inspektion

Bremsen Inspektion und Wartung

Bremsen Inspektion und Wartung richtig selbst machen



Bei der regelmäßigen Prüfung der Bremse und deren Inspektion ist einiges zu beachten:

1.) Prüfung Belagstärke
Zu prüfen ist als erstes die Belagstärke des Bremsbelags. Hier nicht den Träger, sondern den eigentlichen Bremsbelag selbst messen (dieser ist oftmals etwas kleiner als die Grundplatte und sollte immer noch wenigstens 1..2mm Restdicke haben. Die Restdicke wird benötigt, da der Belag kleiner als die Bremsscheibe ist und mit der Zeit ein Rand an der Bremsscheibe stehen bleibt. Dieser Rand trifft während der weiteren Abnutzung als erstes auf den Belagträger und dann bremst Eisen auf Eisen, pfeift grässlich, bremst schlechter und verschweißt partiell. Yamaha gibt für eine FJ1200 die Belagstärke original mit 5,5mm pro Bremsbelag an und als unterste Mindestbelagdicke 0,5mm.

2.) Prüfung Bremsscheibendicke
Die Bremsscheibendicke ist ebenfalls relevant und beim Belagwechsel zu kontrollieren. Ist die Bremscheibe einer Yamaha FJ1200 ab Werk (bis einschließlich Baujahr 90, ohne ABS) mit 7,5mm Scheibendicke angegeben, so liegt das Minimalmaß (Verschleißmaß) bei 6,5mm. Bei der ABS Version ohne Innenbelüftung sogar nur 0,5mm:
innenbelüftete Scheiben vo. wie hi. - neu 7,5, verschleiß 6,5; schwimmende Scheiben ohne ABS neu 4,5, verschleiß 4,0 (3cw + 3ya bis ´91) und schwimmende Scheiben mit abs neu 5,0, verschleiß 4,5 (3ya ab ´92)
Dünne Scheiben besitzen weniger thermische Reserve (Bremsfading!), neigen stärker zum Verzug und reißen leichter bei einer starken Gefahrenbremsung (z.B.: aus hohen Geschwindigkeiten oder mit Gepäck, Sozia, … genau dann wenn es am unpassendsten ist) Also: rechtzeitig tauschen!

3. Prüfung Alter der Bremsflüssigkeit
Was ist das Problem mit dem Wasser und der Bremsflüssigkeit?
Ein Austausch der Bremsflüssigkeit ist alle 2 bis 3 Jahre durchzuführen. Die Bremsflüssigkeit ist KEIN Öl! Fast alle Bremsflüssigkeiten verhalten sich hygroskopisch und nehmen die Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf - sie sind im Gegensatz zu Öl folglich wasserlöslich.

Die Feuchtigkeit diffundiert durch alle möglichen Dichtungen und Schläuche in das Bremssystem. Beim Bremsen wird die Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt. Beispiel: Das Moped (200kg) mit Fahrer (80kg) und Sozia (60kg) wiegt zusammen 340kg und bremst von 120kmh auf null. Ergibt eine Wärme von ca. 2000 bis 2500KJ. Damit kann man 10L Wasser von 20°C auf 80°C erwärmen! Die entstehende Wärme heizt natürlich nicht nur die Bremsscheibe und den Bremsbelag sondern durch Wärmeleitung auch die Bremskolben und die dahinterbefindliche Bremsflüssigkeit, die durch mechanischen Durch des Hand-/Fußbremszylinders hydraulisch die Bremskolben in der Bremszange und somit die Bremsbeläge an die Bremsscheibe drückt. Damit erwärmt sich dann auch die Bremsflüssigkeit. Die Bremsflüssigkeit besitzt eine Siedepunkt (z.B.: 200°) Das Problem? In der Bremse sind keine 10L Flüssigkeit und ein Wasseranteile in in der Bremsflüssigkeit senkt den Siedepunkt. WIrd die Flüssigkeit über den Siedepunkt erhitzt bilden sich Gasblasen durch die der übertragbare Druck im Bremssystem bis zum Totalausfall reduziert wird - der Bremshebel lässt sich bis zum Anschlag ziehen und es bremst trotzdem nicht, weil nur Luft komprimiert wird...

Bremsflüssgikeit altert auch ohne Gebrauch. Daher ist nicht die Kilometerleistung sondern das zeitliche Alter entscheidend.

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