Steuerzeiten

Steuerzeiten

Wie funktioniert das mit den Steuerzeiten beim Zweitakter bzw. Zweitaktmotor?




Die Steuerzeite beeinflussen beim Zweitaktermotor die Charakteristik des Motors, den Bereich der maximalen Leistung und die Breite des nutzbaren Drehzahlbands. Sie werden durch ändern der Kanäle, Kanalbreite, Kanal und Schlitzhöhe sowie Membrane und Drehschieber beeinflusst.



Das Gemisch gelangt vom Vergaser über den Einlass in das Kurbelgehäuse, um dort vorverdichtet zu werden. Die Gase strömen bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens in das Kurbelgehäuse ein und werden während der Abwärtsbewegung des Kolbens vorverdichtet.

Wenn der Kolben die Überströmkanäle in den Zylinder bei seiner Abwärtsbewegung frei gibt, strömt das Gemisch über die Überströmkanäle in den Brennraum. Je "länger" die Steuerzeiten sind, desto höher liegt der Bereich maximaler Leistung und deren dort vorliegender absoluter Wert. Diese pauschale Aussage verliert aber an Wert, weil sich auf Grund der längeren Steuerzeiten das Drehzahlband der höchsten Leistung in die oberen Drehzahlbereiche verschiebt. Dort ist es ist jedoch grösstenteils nicht nutzbar, da die Drehzahlen irgendwann in mechanisch kaum haltbaren Bereichen liegen. Tuningzylinder die identischen Hubraum wie der Originalzylinder haben verschieben den Drehzahlbereich maximaler Leistung weiter nach oben und realisieren damit eine höhere Leistung.

Natürlich kann der Auslass auch nicht dauernd offen bleiben (360 Grad). Je früher der Auslass öffnet, desto kürzer kann der Verbrennungsgasdruck auf den Kolbenboden wirken. Die Phase in der der Auslasskanal vor den Überströmern offen ist nennt sich in der Kolbenabwärtsbewegung Vorauslass (Blowdown) und in der Kolbenaufwärtsbewegung von UT nach OT dann Nachauslass.

Am Einlass versucht man mittels Membran zu bewirken, dass bei jedem kleinsten Unterdruck im Kurbelhaus sofort aus dem Vergaser Frischgas nachgesaugt wird - mit diesem Ansatz kommt man der 360 Grad Überlegung relativ nahe, hat aber Verluste in Kauf zu nehmen, da das Abheben der Membranplättchen auch Kraft (Unterdruck) kostet. Außerdem sind diese Plättchen natürlich auch immer einer gewissen Trägheit unterworfen. Diese Trägheit macht sich natürlich gerade bei höheren Drehzahlen negativ bemerkbar



Einen ersten Anhaltspunkt zu Steuerzeiten und was sie bedeuten bzw. wieviel denn "lange" Auslasssteuerzeiten sind und welcher Blowdown (Vorauslass) zu welchen Überströmersteuerzeiten und Auslasssteuerzeiten in etwa passt, findet ihr unter Steuerzeiten Richtwerte