Gradscheibe

Gradscheibe

Wie funktioniert eine Gradscheibe und wie hilft sie beim Tuning?




Zur Bearbeitung von Steuerzeiten am Motor ist es hilfreich, zu wissen wo man mit seinen Steuerzeiten bei Einlass, Auslass und Überströmkanälen steht = Steuerzeiten messen. Hier hilft eine Gradscheibe weiter - kann man selber machen (siehe Praxisteil)



Eine Gradscheibe geht in der Regel 4 mal von 0-90 Grad. Der 0 Grad Punkt ist also praktisch vier mal vorhanden. Das stellt aber kein Problem dar, da es sich bei Steuerzeiten immer um Zeitspannen und nicht um Zeitpunkte handlet. Natürlich sind auch die Zeitpunkte relevant, aber diese ergeben sich aus den Zeitspannen.



Gradscheibe selbermachen:
Eine eigene Gradscheibe erstellt man am besten aus Karton. Wichtig ist der Innendurchmesser. Er sollte so bemessen sein, dasss man die Gradscheibe auf der Seite des Polrads auf das Motorgehäuse stecken kann. Also
1.) Innendurchmesser am Motor (beim Polrad am Gehäuse) messen,
2.) mit einem Zirkel den Innendurchmesser auf einen Karton übertragen
3.) Außendurchmesser festlegen (so dass ihr einen Strich alle 5 oder 10 Grad eintragen und mit dem Wert versehen könnt - also platz lassen
4.) mit einem Geodreieck die Gradzahlen anzeichnen und linien zeichen
5.) die Gradscheibe zur Messung eurer Steuerzeiten mit einem Cuttermesser oder ähnlichem ausschneiden


Beispiel mit Steuerzeiten:
Es wird immer von OT (dem Oberen Totpunkt) ausgehend gemessen. Beträgt die Öffnungsdauer insgesamt 130 Grad, so liegen die Zeitpunkte für das Öffen (und Schließen) somit fest: 360 - 130 = 230 Grad. Wird von OT aus gerechnet, so öffnet/schließt der Auslass also bei 230 / 2 = 115 Grad. Es muss an dieser Stelle durch 2 geteilt werden, da es sich um einen symmetrischen Vorgang handelt. Das bedeutet, nach dem schließen sind es noch 115 Grad bis OT und von OT bis zum nächsten Öffnen nochmals 115 Grad.

Eine Gradscheibe ist ein echtes Hilfsmittel bei Tuning und Wartungsarbeiten. Sie sollte in keiner Bastelkiste fehlen.