Glossar Ve bis Zu - Wartung, YPVS, Zuendung
Zweitakt-Begriffe von Ve bis Zu
Glossar Ve bis Zu
Der letzte Teil des Zweitakt-Glossars buendelt Begriffe rund um Wartung, Werkstattpraxis und vor allem die Zuendung.
Wartung
Regelmaessige Pflege nach festen Intervallen - Oelwechsel im Getriebe, Kerzenkontrolle, Luftfilterreinigung und Sichtpruefung aller Schraubverbindungen. Wer wartet, faehrt laenger ohne Panne. Details unter Wartung.
Wartungsplan
Modellspezifische Hersteller-Vorgabe mit Kilometer- oder Stundenangaben fuer jede Taetigkeit. Steht im Bordbuch oder Werkstatthandbuch und sollte konsequent abgearbeitet werden. Bei Tuning-Motoren werden die Intervalle deutlich verkuerzt.
Wasserkuehlung
Geschlossener Kuehlkreislauf mit Wasserpumpe, Kuehler und Thermostat - haelt die Zylindertemperatur konstant und erlaubt hoehere Dauerleistungen als Luftkuehlung. Sie reagiert traeger, ist aber wesentlich gleichmaessiger. Bei Ueberhitzung siehe Kuehlprobleme.
Werkstatthandbuch
Modellspezifische Reparaturanleitung des Herstellers mit Drehmomenten, Spaltmassen, Steuerzeiten und Schaltplaenen. Die mit Abstand beste Informationsquelle fuer jede ernsthafte Arbeit am Motor. Originale oder Reprints lohnen jeden Euro.
Wirkungsgrad
Verhaeltnis von nutzbarer Wellenleistung zur im Kraftstoff enthaltenen Energie - beim Zweitakter typischerweise 20 bis 30 Prozent. Verluste entstehen durch Spuelverluste, Reibung und Waermeabgabe. Tuning zielt immer auch auf besseren Wirkungsgrad.
Wuchtdraht
Bleidraht zum Auswuchten von Speichenraedern - wird an der leichten Stelle der Felge um die Speiche gewickelt. Sauber gewuchtete Raeder laufen vibrationsfrei und schonen Lager wie Reifen. Alternative sind Klebegewichte am Felgenhorn.
X-Ring
Weiterentwickelte O-Ring-Variante mit X-foermigem Querschnitt - bietet zwei Dichtlippen statt einer und reduziert Reibung sowie Verschleiss deutlich. Wird vor allem in Kettengliedern verwendet und haelt dort ein Vielfaches laenger.
Yamaha YPVS
Yamaha Power Valve System - drehzahlabhaengige Auslasssteuerung ueber eine rotierende Walze im Auslasskanal. Sie veraendert die effektive Steuerzeit und macht den Motor sowohl unten als auch oben kraeftig. Ein Meilenstein der Serienzweitakter der 1980er Jahre.
Z-Achse
Vertikale Achse im Steuerzeit-Diagramm, auf der typischerweise die Kanaloeffnungshoehe oder die Druckamplitude aufgetragen wird. Zusammen mit Kurbelwinkel und Kanalflaeche ergibt sich ein dreidimensionales Bild der Gaswechselvorgaenge.
ZeKa
Zeitliche Kanaltakt-Messung - Verfahren zur Erfassung der tatsaechlichen Oeffnungs- und Schliesszeiten der Kanaele in Millisekunden statt Grad Kurbelwinkel. Hilfreich beim Vergleich verschiedener Drehzahlen und Resonanzlagen.
Zeitquerschnitt
Zentrale Tuning-Kennzahl: Produkt aus Oeffnungsdauer und mittlerer Kanalquerschnittsflaeche - gibt an, wie viel Gas pro Arbeitsspiel durch einen Kanal stroemen kann. Je hoeher der Zeitquerschnitt, desto hoeher die moegliche Drehzahl. Grundlagen unter Steuerzeiten.
Zentriereinrichtung
Werkzeug zum exakten Ausrichten von Speichenraedern auf Hoehen- und Seitenschlag. Besteht aus einem stabilen Rahmen mit Lagerboecken und Messuhren oder Fuehlern. Sauberes Zentrieren ist Voraussetzung fuer hohe Drehzahlen und langlebige Lager.
Zubehoer
Nicht-tragende Anbauteile wie Spiegel, Gepaecktraeger, Lenkergriffe oder Zierblenden. Veraendert nichts an Leistung oder Sicherheit der Grundkonstruktion. Abgrenzung zum Tuning ist wichtig fuer die Zulassung.
Zuendkerze
Bauteil zur Erzeugung des Zuendfunkens im Brennraum - beim Zweitakter besonders thermisch belastet und damit haeufig zu pruefen. Waermewert und Elektrodenabstand sind entscheidend. Mehr unter Zuendkerze.
Zuendkerzenschluessel
Spezialschluessel mit Gummieinsatz zum Loesen und Festziehen der Zuendkerze ohne Beschaedigung des Isolators. Groessen sind 16, 18 oder 21 Millimeter - je nach Kerzentyp. Ein passender Schluessel gehoert in jedes Bordwerkzeug.
Zuendimpuls
Steuersignal der CDI an die Zuendspule, das den Hochspannungsstoss ausloest. Der Impuls wird vom Pickup an der Schwungscheibe abgeleitet und in der CDI zeitlich verschoben. Saubere Signalqualitaet ist Voraussetzung fuer stabile Zuendung.
Zuendkennlinie
Grafische Darstellung des Zuendzeitpunkts in Abhaengigkeit von der Drehzahl - bei moderner CDI als Kurve, bei alten Anlagen als feste Vorzuendung. Eine angepasste Kennlinie holt deutlich mehr Leistung und schuetzt vor Klingeln.
Zuendspule
Hochspannungs-Transformator, der den Niederspannungsimpuls auf mehrere Kilovolt fuer den Zuendfunken hochtransformiert. Defekte zeigen sich durch Aussetzer bei Hitze oder unter Last. Widerstandsmessung primaer und sekundaer liefert erste Hinweise.
Zuendzeitpunkt
Punkt in Grad vor dem oberen Totpunkt, an dem der Funke springt - kritischer Parameter fuer Leistung, Verbrauch und Standfestigkeit. Zu frueh fuehrt zu Klingeln und Kolbenschaeden, zu spaet kostet Leistung und ueberhitzt den Auspuff.