Glossar Ke bis Kup - Kolben, Kompression, Kupplung

Zweitakt-Begriffe von Ke bis Kup



Glossar Ke - Kup


Dieser Glossar-Abschnitt deckt zentrale Begriffe rund um Kette, Kolben, Kompression, Kuehlung und Kupplung beim Zweitakt-Motor ab.



Kettenrad / Ritzel


Kettenrad (hinten) und Ritzel (vorne am Getriebeausgang) bilden zusammen mit der Kette das sekundaere Uebersetzungs-Element. Durch Tausch der Zaehnezahlen laesst sich die Endgeschwindigkeit oder die Beschleunigung gezielt anpassen.



Kettenspannung


Muss regelmaessig geprueft werden, da eine zu lockere Kette ueberspringen und eine zu straffe Kette Lager und Wellen ueberlasten kann. Im Idealfall hat die Kette in der Mitte des unteren Trums einen definierten Durchhang nach Herstellervorgabe.



Klemmer


Vorstufe zum Kolbenfresser, entsteht meist thermisch, wenn der Kolben kurzzeitig zu wenig Spiel im Zylinder hat. Der Motor bleibt schlagartig stehen, laesst sich aber nach dem Abkuehlen oft noch starten. Mehr unter Kolbenfresser.



Klingeln


Bezeichnet eine klopfende Verbrennung, bei der das Gemisch unkontrolliert detoniert statt sauber abzubrennen. Hoechst gefaehrlich fuer Kolben und Lager. Ursachen und Erkennung siehe Geraeuschentwicklung.



Klopfsensor


Im Pkw-Bereich Standard, meldet klopfende Verbrennung an das Steuergeraet. Bei Zweitaktern selten verbaut, weshalb der Fahrer selbst auf Symptome achten muss.



Kolben


Aluminium-Pressteil, das thermisch und mechanisch extrem hoch belastet wird. Er muss leicht sein, dichten und gleichzeitig Waerme abfuehren. Mehr unter Kolben.



Kolbenbolzen


Die zylindrische Verbindung zwischen Kolben und Pleuel, gehalten durch Sicherungsringe. Laeuft im oberen Pleuelauge meist in einem Nadellager. Beim Tausch immer die Sicherungsringe erneuern.



Kolbenfresser


Entsteht bei Ueberhitzung oder Magerlauf, wenn das Kolbenmaterial lokal anschmilzt und am Zylinder anhaftet. Typische Ursachen sind Falschluft, zu hoher Luftanteil im Gemisch oder unzureichende Kuehlung. Mehr unter Kolbenfresser.



Kolbenkipper


Kolben mit zuviel Spiel, klappert im kalten Zustand deutlich hoerbar. Sobald sich der Kolben thermisch ausgedehnt hat, verschwindet das Geraeusch meist.



Kolbenring


Dichtet den Spalt zwischen Kolben und Zylinder ab und ist ein klassisches Verschleissteil. Beim Zweitakter sitzt er meist mit einer Verdrehsicherung, damit er nicht ueber die Steueroeffnungen rutscht. Stossspiel und Hoehenspiel gehoeren bei jeder Revision gemessen.



Kompression


Der Druck, der im Brennraum am oberen Totpunkt entsteht. Gilt als zentraler Mess-Wert fuer den Motorzustand. Niedrige Werte deuten auf verschlissene Ringe, undichte Kerze oder einen beschaedigten Kolben hin. Mehr unter Diagnose.



Kompressionstest


Ein Manometer wird ins Kerzenloch geschraubt und der Motor mit Anlasser oder Kickstarter durchgedreht. Die Messung erfolgt bei warmem Motor und voll geoeffneter Drosselklappe. Vergleichswerte liefert das Werkstatthandbuch des jeweiligen Modells.



Kondensator


Gehoert zur alten Kontakt-Zuendung und schuetzt die Unterbrecherkontakte vor Funkenabbrand. Ein defekter Kondensator zeigt sich durch verbrannte Kontakte und schwachen Zuendfunken. Bei moderner CDI-Zuendung entfaellt das Bauteil.



Konus (Polrad-Konus)


Die kegelfoermige Steckverbindung zwischen Kurbelwelle und Polrad, die das Drehmoment formschluessig uebertraegt. Eingelaufene oder oelige Konusflaechen fuehren dazu, dass sich das Polrad lockert und Zuendaussetzer auftreten. Bei der Montage absolut fettfrei arbeiten.



Kuehlfluessigkeit


Mischung aus Frostschutz und destilliertem Wasser, sollte alle zwei Jahre gewechselt werden. Alter Frostschutz verliert seine Korrosionsschutz-Wirkung und greift Aluminium-Teile an. Symptome unter Kuehlprobleme.



Kuehlrippen


Erhoehen bei luftgekuehlten Motoren die Oberflaeche fuer die Waermeabgabe an den Fahrtwind. Verschmutzte oder beschaedigte Rippen reduzieren die Kuehlleistung deutlich. Regelmaessige Reinigung mit Pinsel und Druckluft ist Pflicht.



Kupplung


Trennt im ausgerueckten Zustand den Motor vom Getriebe und ermoeglicht so Anfahren und Gangwechsel. Beim Zweitakter ist die Mehrscheiben-Nasskupplung im Oelbad der Standard.



Kupplungsbelag


Das Reibmaterial auf den Innenscheiben und ein klassisches Verschleissteil. Bei zu geringer Belagstaerke rutscht die Kupplung unter Last durch. Messung mit Messschieber, Sollwert aus dem Werkstatthandbuch.



Kupplungskorb


Aeusseres Bauteil, das die Reibscheiben aufnimmt und die Antriebsleistung vom Primaerritzel uebernimmt. Eingelaufene Stege fuehren zu hakeligem Kupplungsverhalten und sollten nachgefeilt oder ersetzt werden.



Kupplungsseil


Ein Bowdenzug, der die Handkraft am Hebel zum Ausruecker am Motor uebertraegt. Regelmaessiges Schmieren verlaengert die Lebensdauer und sorgt fuer leichtgaengige Bedienung. Ausgefranste Litzen sind ein klares Tauschsignal.



Kurbelwelle


Der zentrale Hub-Drehbewegungs-Wandler im Motor, verwandelt die lineare Bewegung des Kolbens in eine Drehbewegung. Sie laeuft in den Hauptlagern und traegt das Pleuel im Hublager.



Kurbelraum


Dient beim Zweitakter als Pumpe fuer die Frischgas-Vorverdichtung und ist daher exakt abgedichtet ausgefuehrt. Sein Volumen beeinflusst direkt die Vorverdichtung und damit den Liefergrad.



Kurbelwellensimmerring


Dichtet die Kurbelwelle gegen Falschluft und Oelaustritt ab. Ein verschlissener Simmerring zieht Nebenluft, magert das Gemisch ab und fuehrt im schlimmsten Fall zum Kolbenfresser. Pruefverfahren unter Diagnose.


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