Glossar G bis Ke - Gaswechsel und Kanaele
Zweitakt-Begriffe von G bis Ke
Glossar G bis Ke - Zweitakt-Fachbegriffe
Vom Gasgriff bis zur Kerze - in diesem Abschnitt findest du alle wichtigen Begriffe rund um Gemischbildung, Getriebe, Hubraum, Kanalbearbeitung und Zuendung.
Gasgriff
Steuert ueber einen Bowdenzug den Schieber oder die Drosselklappe im Vergaser. Bei Zweitaktern ist die Gasannahme besonders direkt, da kein Drehmomenttraeger durch Ventile gebremst wird. Ein klemmender Gaszug fuehrt zu schlechter Dosierbarkeit und sollte regelmaessig geschmiert werden.
Gemischbildung
Aufbereitung von Kraftstoff und Luft zu einem zuendfaehigen Gemisch. Bei klassischen Zweitaktern uebernimmt diese Aufgabe der Vergaser, moderne Maschinen nutzen Einspritzanlagen. Das stoechiometrische Mischungsverhaeltnis liegt bei etwa 14,7:1 Luft zu Benzin (Lambda 1).
Gemischschmierung
Bei der Gemischschmierung wird dem Benzin direkt Zweitaktoel beigemischt, klassisch im Verhaeltnis 1:50. Das Oel gelangt zusammen mit dem Kraftstoff in den Motor und schmiert dort Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Details unter Mischverhaeltnis.
Getrenntschmierung
Bei der Getrenntschmierung sitzt eine separate Oelpumpe am Motor, die das Zweitaktoel lastabhaengig aus einem eigenen Tank dosiert. Vorteil: kein Vormischen noetig, sauberere Verbrennung im Teillastbereich.
Getriebe
Beim Getriebe unterscheidet man zwischen klassischem Schaltgetriebe (meist 4-6 Gaenge mit Kupplung) und der stufenlosen Variomatik bei Rollern. Schaltgetriebe bieten direkten Kraftschluss, Variomatik dagegen automatisches Anpassen der Uebersetzung.
Getriebeoel
Im Getrieberaum laeuft ein eigenes Oel, das von der Motorschmierung getrennt ist. Es schmiert Zahnraeder, Schaltgabeln und Lager. Ein Wechsel sollte je nach Fahrweise alle 5000 bis 10000 km erfolgen, bei getunten Motoren entsprechend frueher.
Gradscheibe
Ein rundes Messwerkzeug mit 360-Grad-Einteilung, das auf der Kurbelwelle befestigt wird. Sie dient zur exakten Vermessung von Steuerzeiten, Vorzuendung und Kanaloeffnungen. Mehr unter Gradscheibe.
Hallgeber
Elektronischer Pickup-Sensor, der bei modernen Zuendanlagen die Position der Kurbelwelle erfasst. Er loest beruehrungslos den Zuendimpuls aus und ist deutlich praeziser als mechanische Unterbrecherkontakte. Defekte zeigen sich oft durch Aussetzer oder Startprobleme.
Hauptduese
Bestimmt im Vergaser die Kraftstoffmenge im Vollgasbereich (etwa ab 3/4 Schieberhub). Sie ist mit einer Zahl gekennzeichnet, die den Durchfluss angibt - hoehere Zahl bedeutet mehr Sprit. Beim Tuning ist sie oft das erste Anpassungs-Element.
Hauptlager
Tragen die Kurbelwelle im Motorgehaeuse, meist als Rillenkugellager oder bei Hochleistungsmotoren als Rollenlager ausgefuehrt. Sie muessen hohe Drehzahlen und axiale Kraefte aushalten. Verschlissene Hauptlager zeigen sich durch Rasseln und Vibrationen.
Honen
Die Zylinderlaufflaeche wird mit speziellen Steinen kreuzschliffartig aufgeraut. Die feinen Riefen halten Oelreste und sorgen so fuer optimale Schmierung sowie sauberen Einlauf neuer Kolbenringe. Ohne Honung verglasen die Laufflaechen und der Motor verliert Kompression.
Hub
Der Hub bezeichnet den Weg, den der Kolben vom unteren Totpunkt (UT) bis zum oberen Totpunkt (OT) zuruecklegt. Er wird in Millimetern angegeben und ist neben der Bohrung der zweite Faktor zur Berechnung des Hubraums. Langhubige Motoren liefern mehr Drehmoment, kurzhubige drehen hoeher.
Hubraum
Ergibt sich aus der Formel Bohrung x Bohrung x Pi/4 x Hub und wird in Kubikzentimetern angegeben. Er ist die wichtigste Kenngroesse zur Klassifizierung eines Motors. Hubraumerweiterung gehoert zu den effektivsten Tuningmassnahmen.
Iridium-Kerze
Iridium-Zuendkerzen besitzen eine extrem duenne Mittelelektrode aus Iridium, was die Zuendspannung reduziert und die Lebensdauer verlaengert. Sie sind besonders fuer hochdrehende oder getunte Motoren geeignet.
Inbusschluessel
Sechskant-Stiftschluessel als Standardwerkzeug fuer fast alle Motorrad- und Roller-Schrauben mit Innensechskant. Ein vollstaendiger Satz von 2 bis 10 mm gehoert in jede Werkstatt.
Joker-Zylinder
Joker ist eine bekannte Tuning-Bezeichnung fuer leistungsgesteigerte Zylinderkits, besonders verbreitet bei Simson- und Mofa-Tuning. Qualitaet und Drehzahlfestigkeit variieren stark je nach Hersteller.
Kabelbaum
Buendelt alle elektrischen Leitungen des Fahrzeugs - von Zuendung ueber Beleuchtung bis zu Blinkern und Hupe. Bei aelteren Maschinen verursacht ein bruechiger Kabelbaum oft sporadische Fehler.
Kaltlaufverhalten
Beschreibt, wie zuverlaessig und ruhig der Motor in der Warmlaufphase laeuft. Zweitakter brauchen typischerweise den Choke oder Kaltstartanreicherung, bis das Gemisch warm genug verdampft. Schlechtes Kaltlaufverhalten deutet auf falsche Beduesung, Falschluft oder defekte Zuendung hin.
Kanaele
Die Kanaele im Zweitaktzylinder umfassen Einlass, Ueberstroemer und Auslass. Besonders die Ueberstroemkanaele transportieren das Frischgas vom Kurbelgehaeuse in den Brennraum und beeinflussen Leistungscharakter sowie Spuelqualitaet massgeblich.
Kanalbearbeitung
Klassische Tuningmassnahme: durch Glaetten, Vergroessern oder Umformen der Kanaele wird der Gaswechsel verbessert. Falsch ausgefuehrt kann sie jedoch Leistung kosten oder den Motor zerstoeren. Mehr unter Tuning.
Kavitation
Entsteht, wenn in Fluessigkeiten lokal Dampfblasen bilden und implodieren. Die Druckwellen koennen Material aus Bauteilen herausschlagen und sichtbare Erosionsspuren hinterlassen. Im Zweitakt-Kontext tritt sie vor allem an Wasserpumpenraedern auf.
Kennfeld
Das Zuendkennfeld beschreibt den Zuendzeitpunkt in Abhaengigkeit von Drehzahl und Last. Moderne digitale Zuendboxen erlauben programmierbare Kennfelder fuer optimale Leistungsentfaltung.
Kerzenbild
Die wichtigste Diagnose-Hilfe am Zweitakter: Farbe und Zustand der Elektrode verraten Gemisch, Oelmenge und Zuendung. Rehbraun bedeutet optimal, weiss zu mager, schwarz zu fett. Mehr unter Zuendkerzenprobleme.
Ketten
Die Antriebskette uebertraegt das Drehmoment vom Getriebeausgang auf das Hinterrad. Sie muss regelmaessig gespannt, gereinigt und geschmiert werden, um Verschleiss an Kette und Ritzeln zu minimieren.
Kickstarter
Klassische Startmethode bei Zweitaktern: ein Fusshebel dreht ueber ein Zahnsegment die Kurbelwelle durch. Bei richtig eingestelltem Motor springt der Motor nach wenigen Tritten an.
Kerze
Die Zuendkerze erzeugt den elektrischen Funken zur Zuendung des Gemischs und ist beim Zweitakter besonders beanspruchtes Verschleissteil. Waermewert, Elektrodenabstand und Bauart muessen exakt zum Motor passen. Mehr unter Zuendkerze.